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Kautschuk im Alltag

Läuft bei Gummi

Federnde Schritte und weniger Stürze: Sportböden sind die stillen Mitspieler

von Roman Winnicki

· Lesezeit 2 Minuten.
Illustration : pornchai –stock.adobe.com

Wer im Freien eine Tartanbahn betritt, merkt sofort: Der rötliche Boden ist weder hart wie Asphalt noch weich wie eine Matte. Er federt Schritte ab, ist rutschhemmend, verträgt Wasser und bleibt trotzdem stabil. Streng genommen ist „Tartanbahn“ ursprünglich ein Markenname – im Alltag meint man damit meist  Kunststoffbahnen aus Gummigranulat, das mit Polyurethan gebunden wird.

In den unteren Schichten steckt häufig recycelter Gummi. Dafür werden Altreifen zerkleinert, von Stahl und Textil befreit, gereinigt und zu Granulat verarbeitet. Der Rohstoff ist reichlich vorhanden: In Deutschland fallen jährlich rund 600.000 Tonnen Altreifen an. Ein Teil davon landet als geprüfter, fest gebundener Belag auf Sport- und Spielplätzen – unter den Füßen von Sportlern und Kindern.

Drinnen sieht es zumeist anders aus. Turnhallen setzen seit Jahrzehnten auf PVC-Böden: günstig, pflegeleicht, robust. Der Kunststoffboden muss schnelle Richtungswechsel, Turnbänke, Mattenwagen und jede Menge Schul- und Vereinssport aushalten. In seiner Grundform ist PVC eher hart. Erst durch Zusatzstoffe wird es elastisch. Für die Nachgiebigkeit sorgen je nach Aufbau Schaumlagen oder Kork-Gummi-Mischungen darunter.

Kaum sichtbar: Grip entsteht draußen und drinnen auf unterschiedliche Weise. Außen sorgt eine offenporige Oberfläche für Reibung zwischen Sohle und Belag – und dafür, dass Feuchtigkeit nicht als Film stehen bleibt. In der Halle wird der Halt stärker über die Oberfläche gesteuert: PVC-Böden sind geprägt und häufig mit einer PU-Versiegelung geschützt. Diese Schicht entscheidet mit, wie gut Schuhe greifen – und wie schnell ein Boden durch Nutzung glatt und glänzend wird.

Nachhaltigkeit beginnt bei Sportböden nicht erst beim Recycling. Lebensdauer, Pflege, Reparatur und Rückbau zählen genauso. Ein Belag, der lange nutzbar bleibt, spart Material. Ein Aufbau, dessen Schichten trennbar sind, hilft später beim Verwerten. Am Ende ist der beste Sportboden der, über den niemand lange nachdenkt. Weil er Stürze abfängt und Verletzungen minimiert.
 

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Über den Autor

 Roman Winnicki

Roman Winnicki

Redakteur

Sprachen waren seine erste Schwäche: Roman Winnicki studierte Polnisch und Italienisch. Doch auch mit Zahlen fühlt er sich wohl, weshalb ein VWL-Studium folgte. Beruflich war er unter anderem in Wirtschafts- und Fachverlagen tätig, berichtete über Kunststoff- und Kautschukmärkte und war nebenbei als Übersetzer tätig. Seit 2023 verantwortet er die Redaktion des KAUTSCHUK-Magazins. Privat frönt er der „Fußlümmelei“: Wann immer es geht, haut er das Runde ins Eckige