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Nachwuchs-Sorgen

Geburtenrückgang in Deutschland: Folgen für Rente, Arbeitsmarkt und Gesellschaft

von Barbara Auer und Friederike Storz

· Lesezeit 2 Minuten.
Eine Statistik, die für sich selbst spricht: In Deutschland werden immer weniger Kinder geboren. Foto: Aliaksei Lasevich -stock.adobe.com

Kein Kinderkram

Die Geburtenzahl ist eine zentrale statistische Größe. Sie dient zum Beispiel der Planung von Kinderbetreuung, von Schulbauten sowie von Ausbildungs- und Studienplätzen. Die Bundesbürger bekommen so wenig Kinder wie noch nie – Anzeichen einer weltweiten demografischen Verschiebung, die auch bei uns das Rentensystem ins Wanken bringt.

Der Rückgang verstärkt den Fachkräftemangel: Die Jahrgänge der 1990er und 2000er kommen nun ins Elternalter. Weil diese Jahrgänge selbst geburtenschwach waren, gibt es weniger mögliche Eltern – und damit potenziell noch weniger Geburten.

Demografische Klemme

Eine sinkende Fruchtbarkeitsrate und dazu eine steigende Lebenserwartung: Das ist eine doppelte  Herausforderung, die zu einer Überalterung der Gesellschaft mit hohen Kosten führt. Viele Staaten weltweit haben laut aktuellem Weltbevölkerungsbericht mit diesem Problem zu kämpfen. Gerade in den reichen Ländern gibt es tendenziell weniger Kinder. 

Hintergrund: Je höher die Bildung in einem Land ist, je höher die Erwerbstätigkeit von Frauen und je stärker die Verstädterung, desto niedriger ist erfahrungsgemäß die Geburtenrate. 

Heiraten? Muss nicht sein!

Jedes dritte Kind in Deutschland wird heute außerhalb der Ehe geboren. 1960 traf dies nur auf jedes zwölfte Baby zu. Der Kinderwunsch wird später wahr: Eltern sind bei Geburt ihres ersten Kindes tendenziell älter als früher. Die Mütter sind aktuell gut 30 Jahre alt, die Väter sind mit 33 Jahren noch älter.

Europa braucht Zuwanderung

Die Bevölkerung der Europäischen Union wuchs laut Eurostat 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 1,6 Millionen auf rund 450 Millionen Menschen. Europa hat jedoch eine der niedrigsten Fruchtbarkeitsraten der Welt. In den 27 heutigen EU-Staaten werden bis zum Jahr 2100 nur noch 420 Millionen Bürger leben – 30 Millionen weniger als heute.  Ohne Migration würde die Bevölkerung der Staatengemeinschaft bis 2100 sogar noch stärker schrumpfen: auf unter 300 Millionen Menschen.

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