Aus- und Fortbildung
Wo der Funke überspringt
MINT-Berufe im Fokus: Die Zukunftswerkstatt Buchholz und die IdeenExpo in Hannover werben für technischen Nachwuchs
von Sebastian Hertelt
Buchholz. Unten in der Werkstatt wird gesägt und gelötet, gehämmert und gebohrt. Eine Etage darüber hantieren Jugendliche mit Reagenzgläsern, andere arbeiten mit VR-Brille an einem virtuellen Flipboard. Wer die Zukunftswerkstatt Buchholz betritt, merkt sofort: Hier passieren Dinge, die man in einem Klassenzimmer selten erlebt. Kinder stehen über Mikroskope gebeugt an Experimentierstationen, Jugendliche programmieren Roboter oder lösen Kriminalfälle im Mini-Labor. Lehrpläne spielen in dem rund 600 Quadratmeter großen Gebäude in Buchholz in der Nordheide nur eine Nebenrolle; Neugier, Ausprobieren und Begeisterung sind die eigentlichen Hauptfächer.
Das ist kein Zufall, denn die Zukunftswerkstatt ist keine Schule, sondern ein außerschulischer Lernort, der von einer Stiftung und einem Förderverein finanziert wird. Seit 2015 gibt es hier Workshops und Kurse, die Kinder und Jugendliche für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) begeistern sollen. Bislang haben hier schon über 20.000 junge Menschen geforscht, experimentiert, programmiert – und machmal ganz nebenbei ihren beruflichen Weg gefunden.
AHA-Momente mit großer Wirkung
„Wir versuchen, MINT erlebbar zu machen“, erklärt Geschäftsführerin Imke Bluschke. In ihrer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen erlebe sie fast täglich Momente, in denen aus ersten Berührungspunkten mit Technik und Naturwissenschaft echte Interessen erwachsen: „Erst tasten sich die Kinder vorsichtig heran, drücken skeptisch auf ein paar Knöpfe und plötzlich passiert etwas, das sie selbst geschaffen haben. Dann siehst du, wie bei ihnen wirklich der Funke überspringt: dieses Leuchten in den Augen, dieses ‚Ich kann das!‘. Und genau für diese Momente machen wir das.“
Junge Menschen für Praktika, eine Ausbildung oder ein Studium für MINT-Berufe begeistern: Dafür braucht es Einrichtungen wie die Zukunftswerkstatt gerade im ländlichen Raum. Hier haben Kinder oft kaum oder gar keine Berührungspunkte zu Robotik oder Ingenieursthemen. In der Zukunftswerkstatt bekommen sie genau das. Und können zudem noch selbst Hand anlegen.
Damit verfolgt die Zukunftswerkstatt eine ähnliche Mission wie die IdeenExpo, die in diesem Sommer (vom 20. bis 28. Juni) wieder in Hannover stattfindet. Imke Bluschke sieht klare Parallelen: „Für viele ist die IdeenExpo – genau wie die Zukunftswerkstatt – der erste Moment, in dem sie erleben: ‚Ich kann das, vielleicht ist das mein Weg.‘“
Wegweisende Praxis
Jugendliche, die zum ersten Mal einen Lötkolben in der Hand halten und plötzlich merken, wie viel Spaß sie dabei haben. Kurse, in denen Schülerinnen einen Roboter programmieren oder eine CNC-Fräse ausprobieren – und später selbstbewusst ein Informatik- oder Ingenieurstudium beginnen. Es sind solche Geschichten, die das Team der Zukunftswerktstatt anstoßen will.
Der Funke soll auch bei der IdeenExpo im Sommer wieder überspringen. Das Motto von Europas größtem Jugend-Event für Technik und Naturwissenschaften lautet in diesem Jahr: „Mach doch einfach“. Aktuell können sich Unternehmen, die Fachkräfte der Zukunft begeistern wollen, noch als Aussteller anmelden. Alle Infos unter
ideenexpo.de.
Viele Workshops sind gratis
In einem VW-Käfer den Benzinmotor gegen Elektroantrieb tauschen? Eine Mission zum Mars erleben oder einfach mal nach Lust und Laune forschen? All das können Kinder und Jugendliche in den Workshops der Zukunftswerkstatt Buchholz erleben.
Jeden Monat bietet die Zukunftswerkstatt in Buchholz in der Nordheide ein spannendes Programm für Schülerinnen und Schüler – auch in den Ferien. Der Großteil der Angebote ist kostenlos.
Das aktuelle Programm findet man unter zukunftswerkstatt-buchholz.de. Hier kann man sich auch direkt für Workshops anmelden.