Standort Deutschland
Vorsicht, Produkt-Piraten
Plagiate boomen – und schaden nicht nur Unternehmen, sondern können auch Verbraucher gefährden
von Barbara Auer, Friederike Storz
Das Wichtigste in Kürze:
- Jeder zweite Maschinenbauer ist von Produktpiraterie betroffen – der Schaden beläuft sich auf 4 Milliarden Euro pro Jahr
- Jeder dritte Europäer hat schon bewusst ein gefälschtes Markenprodukt gekauft – oft ohne die Risiken zu kennen
- 4,6 Milliarden Pakete aus Drittstaaten erreichten 2024 die EU – ein Einfallstor für Fälschungen aus Billig-Plattformen
Gefälschte Maschinen
Jeder zweite Maschinen- und Anlagenbauer klagt über Produktpiraterie, so eine Studie des Branchenverbands VDMA. Der Schaden ist mit 4 Milliarden Euro pro Jahr enorm. Plagiate bergen zudem oft Gefahren für die Nutzer.
Fake am Strand
Imitierte Sneaker oder Sonnenbrillen als Urlaubsmitbringsel sind bei uns nicht verboten, vorausgesetzt der Wert bleibt unter 430 Euro und man verkauft sie nicht weiter. Der Zoll darf Fakes aber einbehalten und vernichten. In Spanien und Italien zum Beispiel droht dagegen Bußgeld!
Hauptsache billig
Jeder dritte Europäer hat schon mal bewusst ein Fake-Markenprodukt gekauft. Und manch einer fällt unwissentlich auf den Schwindel herein. Bei Schnäppchen heißt es misstrauisch sein: Ein Angebot zum Dumpingpreis hat eigentlich immer einen Haken. Fälschungen bergen oft Risiken: Verletzungsgefahr bei Spielzeug zum Beispiel oder allergische Reaktionen auf Kosmetika.
Online-Handel als Einfallstor
4,6 Milliarden Pakete mit geringem Warenwert kamen 2024 aus Drittstaaten in die EU – über 12 Millionen am Tag! Das spült haufenweise Fälschungen von asiatischen Billig-Plattformen wie Temu, Shein und Alibaba ins Land. Der Zoll soll stärker gegenhalten. Und seit 1. Juli gilt eine pauschale Abgabe: 3 Euro pro Kleinsendung.
Hui und pfui
Produktpiraterie ist illegal. So viele Plagiate beschlagnahmte der Zoll in einem Zwei-Jahres-Zeitraum in der EU. Dazu kommt allerdings eine hohe Dunkelziffer.
Über die Autoren
Barbara Auer
Barbara Auer berichtet direkt aus dem Südwesten über die dortige Industrie. Nach dem Studium der Sozialwissenschaft mit Schwerpunkt Volkswirtschaftslehre volontierte sie beim „Münchner Merkur“. Wenn Barbara mal nicht fürs Kautschuk-Magazin oder andere Arbeitnehmer-Medien im Einsatz ist, streift sie gerne durch Wiesen und Wälder – und fotografiert und filmt dabei, von der Blume bis zur Landschaft
Friederike Storz
Friederike Storz berichtet aus München über Verbraucherthemen und ist regelmäßige Autorin der Infografikseiten. Die ausgebildete Redakteurin ist Wirtschaftsgeografin und kam vom Berliner „Tagesspiegel“ und „Handelsblatt“ zu IW Medien. Sie begeistert sich für Natur und Technik, Nachhaltigkeit sowie gesellschaftspolitische Themen. Privat liebt sie Veggie-Küche und Outdoor-Abenteuer in Bergstiefeln, Kletterschuhen oder auf Tourenski.