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Duale Ausbildung: Warum Deutschland mit seinem Erfolgsmodell andere Staaten aussticht

von Friederike Storz

· Lesezeit 2 Minuten.
Erster Schritt ins Berufsleben: Die duale Ausbildung bietet Azubis einen der sichersten Einstiege in den Arbeitsmarkt. Foto: bluedesign -stock.adobe.com

Geniales System

Theorie in der Berufsschule und Praxis im Betrieb: Die duale Ausbildung ist ein Erfolgsmodell, um das uns andere Staaten beneiden. Sie bereitet gründlich auf den Job vor, schafft hohe Übergangsquoten in den Arbeitsmarkt und sorgt so für eine relativ niedrige Jugendarbeitslosigkeit. Die meisten Ausbildungen dauern 3,5 Jahre, einige sind auf zwei Jahre angelegt.

Chancen für alle

Vier von zehn Azubis haben einen mittleren Schulabschluss (etwa Realschule), ein Viertel die sogenannte Berufsreife (Haupt- oder Mittelschule). Etwa ein Drittel bringt Abitur oder Fachhochschulreife mit. Je 3 Prozent starten ohne oder mit einem im Ausland erworbenen Schulabschluss.

Mehr Mut zu MINT

Die Berufswahl sollte den eigenen Interessen und Fähigkeiten folgen. Doch auch Klischees spielen da eine Rolle. Medizinische Fachangestellte und Zahnarzthelferin sind bei jungen Frauen die am häufigsten gewählten Berufe, vor Bürokauffrau. Bei den Männern liegt der Kfz-Mechatroniker vorn, gefolgt von Anlagenmechaniker und Elektroniker. Aktionen wie der Girls’ Day sollen mehr Frauen für attraktive MINT-Berufe interessieren: Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Top Perspektive

Viele künftige Fach- und Führungskräfte werden im dualen System ausgebildet. Die Industrie bietet gute Aufstiegschancen. Dennoch: Viele Betriebe können nicht alle Ausbildungsplätze besetzen. Sie versuchen, auch Azubis aus dem Ausland zu gewinnen – Sprachkenntnisse sind dabei die größte Hürde. Zwei Drittel der Betriebe machen zudem Kompromisse bei der Vorbildung. Und die Bereitschaft, Jugendliche mit Unterstützungsbedarf einzustellen, nimmt zu.

Für die Digitalisierung sind Fachkräfte mit Informatikwissen gefragt. Unternehmen bilden solchen Nachwuchs besonders intensiv aus.

Moderne Berufe

Wie anpassungsfähig das System ist, zeigt auch die Kunststoff- und Kautschukbranche. Seit Jahren treiben Digitalisierung und Nachhaltigkeit die Modernisierung der Ausbildung. Ein sichtbares Beispiel ist der seit August 2023 neu geordnete Beruf Kunststoff- und Kautschuktechnologe/-technologin. Er rückt neben klassischen Verfahren stärker Recycling, ressourcenschonende Produktion, digitale Prozesse und Zusatzqualifikationen wie additive Fertigungsverfahren in den Mittelpunkt.

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